Der Einschulungstest:
Was passiert bei der Einschulungsuntersuchung?

Langsam neigt sich die Kindergartenzeit dem Ende zu und Ihr Sohn bzw. Ihre Tochter wird zum Vorschulkind? Je nachdem, zu welcher Zeit im Jahr Ihr Nachwuchs geboren wurde, wird er 2016 oder 2017 eingeschult. Früher war es so, dass alle Kinder, die vor dem 30.06. sechs Jahre alt wurden, in die Grundschule eingeschult worden sind. Mittlerweile haben die einzelnen Bundesländer unterschiedliche Stichtage festgelegt. Klar ist jedoch: Ab dem 6. Lebensjahr gilt die Schulpflicht! Das bedeutet, dass jedes Kind, das zum Stichtag bereits sechs Jahre alt ist, in diesem Jahr die erste Klasse der Grundschule besuchen wird. In Berlin nimmt jedes Kind vor der Einschulung an der Einschulungsuntersuchung teil, in den anderen Bundesländern gehen nicht generell alle Kinder zur Einschulungsuntersuchung, bei der die Schulreife bzw. Schulfähigkeit untersucht wird. Sie als Eltern bekommen per Post eine Einladung vom Gesundheitsamt oder der zukünftigen Schule Ihrer Sohnes bzw. Ihrer Tochter geschickt. 

Wo findet die Untersuchung statt?

Es gibt verschiedene mögliche Orte, an denen die Schuleingangsuntersuchung stattfinden kann. Beispielsweise in der zukünftigen Grundschule, die Ihr Kind besuchen wird. Möglich ist auch eine Untersuchung im Kindergarten oder im zuständigen Gesundheitsamt. In welcher dieser drei Einrichtungen der Schulneuling untersucht wird, ist je nach Bundesland unterschiedlich.

Bitte zur Schuleingangsuntersuchung mitbringen

Folgende Dokumente sollten Sie nicht vergessen, wenn der Einschulungstest ansteht:

  • Impfpass des Kindes
  • Vorsorgeheft, also das gelbe Kinder-Untersuchungsheft

Keine Angst vor dem Einschulungstest!

Zuerst einmal: Keine Sorge! Es handelt sich um einen spielerischen Test, der auf die Entwicklung Ihres Vorschulkindes abgestimmt ist. Es wird nichts verlangt, was das Kind noch nicht wissen kann, und es wird auch nicht überfordert. Wichtig ist, dass Sie als Eltern Ihrem Kind Gelassenheit vermitteln und es nicht nervös machen. Das Kind soll sich auch in der ungewohnten Situation sicher fühlen.

Tipp: Sprechen sie lieber von einem Spiel als von einem Test, um Ihr Kind neugierig zu machen, worum es dort geht. Beruhigen Sie sich selbst: Sie waren ja bereits acht mal gemeinsam mit ihrem Sprössling bei den U-Untersuchungen; auch die konnte Ihr Nachwuchs meistern.

Erfahrungsgemäß gibt es weder echte Rechenaufgaben, noch soll der zukünftige ABC-Schütze das Alphabet aufsagen. Machen Sie sich bewusst: Ihre Tochter bzw. Ihr Sohn ist ein Vorschulkind. Es wird kein Wissen abgefragt, das erst in der Schule erlernt werden soll.

Kind bindet seine SchuheEin angehendes Schulkind lernt, wie es seine Schuhe selbst zubindet, um nicht auf fremde Hilfe beim Sportunterricht angewiesen zu sein.

Warum muss mein Kind zum Einschulungstest?

Nehmen Sie nicht von Vorneherein eine Verteidigungshaltung ein. Es geht lediglich darum, nachzuschauen, ob ein Kind spezielle Förderung braucht und zusätzlich unterstützt werden kann. Gemeint ist z.B Unterstützung von einem Logopäden oder die Korrektur einer Fußfehlstellung. Durch den Test soll individuell überprüft werden, ob Ihr Kind die schulischen Bedingungen bekommt, die es braucht. Ziel: Jedes Kind soll die bestmögliche Unterstützung bekommen.

Einschulungstest und U9

Die Schuleingangsuntersuchung und die U9 sind nicht das Gleiche. Auch wenn Ihr Kind gerade erst beim Einschulungstest vom Arzt untersucht wurde, müssen Sie trotzdem nochmal gemeinsam zur U9 und damit das U-Heft vervollständigen. Der Unterschied zwischen den beiden Untersuchungen ist, dass die U9 der Früherkennung dient.

Genauer Ablauf der Schuleingangsuntersuchung

Medizinische Untersuchungen

  • Sehtest, bei dem das Vorschulkind auch auf die Rot-Grün-Schwäche hin untersucht wird
  • Hörtest
  • Wiegen und Messen des Kindes
  • Untersuchung der Zähne
  • Messen des Blutdrucks
  • Überprüfen von Impfungen
  • Testen von Gleichgewichtssinn & Balance (kurzes Blancieren auf einem Bein)
  • Hand-Augen-Koordination
  • Motorische Fähigkeiten

Sprachentwicklung

Nun wird die Sprachentwicklung untersucht. Gesprochene Wort-Vervollständigung wird oft gespielt. Dabei nennt der Untersuchende dem Kind ein recht eindeutiges Wort, in dem ein Buchstabe fehlt. Zum Beispiel sagt er „Eleant“ gemeint ist natürlich der „Elefant“, das richtige Wort soll dann das Kind aufsagen.

Sozialverhalten

Beobachtung des Sozialverhaltens: Kann das Noch-Kindergartenkind benennen, welche seine Lieblingsfreunde sind, und ob diese gemeinsam mit ihm in die Grundschule gehen werden? Kann das Kind zum Beispiel seine Adresse nennen und weiß es, wann es Geburtstag hat?

Gegenständliches Malen

Die kindliche Malentwicklung ist ein Teil des Einschulungstests. Ein Männchen malen macht Spaß und ist keine überfordernde Aufgabe für ein 5-6 jähriges Kind. Bei Zeichnungen eines Kindes in diesem Alter sollten bereits anatomische Formen am gezeichneten Menschen ausgeprägt sein. Oft wird bei der Schuleingangsuntersuchung ein Haus mit einem Baum daneben gemalt, hier geht es mitunter um die Bedeutung der Flächenausmaße. Konkret heißt das: Der Mensch ist kleiner als der Baum, welcher kleiner als das Haus ist. Beim Malen zeigt sich die Entwicklung der Hand-Augen-Koordination und die Ausprägung der Feinmotorik.

Farben & Formen

Auch die Farben und ihre Namen beherrschen Vorschulkinder schon. Bei diesem Test wird Ihr Kind bestimmt ein paar Erfolgerlebnisse haben. Wie verschiedene Formen aussehen und heißen haben die zukünftigen ABC-Schützen bereits im Kleinkindalter erlernt. Eine häufig gestellte Aufgabe ist es auch, die Dreiecke, Kreise oder Rechtecke mit dem Stift nachzufahren. Ein weiterer Bestandteil der Schuleingangsuntersuchung ist es herauszufinden, ob das Kindergartenkind den Unterschied zwischen Einzahl und Mehrzahl versteht. Kann es erfassen, dass auf einem Bild mehrere Tiere abgebildet sind?

Schulfähig? Ja oder nein?

Natürlich wird ihr Kind auch persönlich gefragt, ob es denn nun in die Schule gehen möchte. Das Ergebnis des Einschulungsests erfahren Sie direkt vor Ort am Ende des Tests. Offene Fragen können direkt vor Ort besprochen werden.

Schulfähig oder schulreif?

Woher kommen eigentlich die verschiedenen Begriffe und wodurch unterscheiden sie sich? Früher sprach man von Schulreife, heute wurde der Begriff von der Schulfähigkeit überholt. Warum spricht man heute also eher von Schulfähigkeit als von Reife? Im Fokus steht nun die körperlich-seelische Entwicklung des Kindes mit vielen verschiedenen Teilaspekten. Der Begriff Schulreife implizierte, man brauche wie bei einem biologischen Vorgang lediglich Abzuwarten, bis das Kind reif ist.Vielleicht erinnern Sie sich noch daran, früher sagte man “Wenn ein Kind den rechten Arm über den Kopf legt und sein linkes Ohr berühren kann, ist es reif für die Schule.” Diese Fokussierung auf die körperlichen Aspekte hat man heute abgelegt. Heute spielen mehrere Facetten in die Wortbedeutung von Schulfähigkeit hinein, die jedoch nicht mit Intelligenz gleichzusetzten ist. Eine allgemeingültige Definition des Wortes wurde noch nicht festgelegt.

Fazit: Lassen Sie es sich gesagt sein: Alles ist machbar!

Also machen Sie sich bewusst: Es geht beim Einschulungstest darum, festzustellen ob ihr Kind bereit ist, etwas zu lernen. Als Elternteil haben Sie bestimmt schon Vorfreude bzw. Neugierde auf die Schule bei Ihrem kleinen Racker festgestellt, die Eingangsprüfung kann also zu einem spaßigen Erlebnis für Ihr angehendes Grundschulkind werden!


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